Inspiration

Texte und Gedichte die mich inspirieren, begleiten, erinnern
(eine kleine Auswahl)

Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sind,
Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich machtvoll sind.

Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit.
Wir fragen uns: „Wer bin ich eigentlich, dass ich leuchtend, begnadet, phantastisch sein darf?“

Wer bist du denn, es nicht zu sein? Du bist ein Kind Gottes.
Wenn du dich klein machst, dient das der Welt nicht.

Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun, wenn du schrumpfst,
damit andere um dich herum, sich nicht verunsichert fühlen.

Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes zu verwirklichen, die in uns ist. Sie ist nicht nur in einigen von uns, sie ist in jedem Menschen.

Und wenn wir unser eigenes Licht erstrahlen lassen,
geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.

Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreit haben,
wird unsere Gegenwart ohne unser Zutun andere befreien.


Der Text stammt von Marianne  Williamson aus „A return to love“ „Rückkehr zur Liebe“ und wird häufig als „Auszug aus der Antrittsrede von Nelson Mandela 1994 in Pretoria / Tshwane“ bezeichnet (bei der er diesen Text zitiert hat)

als ich mich selbst zu lieben begann

als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden,
dass ich immer und bei jeder gelegenheit,
zur richtigen zeit am richtigen ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
heute weiß ich: das nennt man ‚vertrauen‘.

als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen,
dass emotionaler schmerz und leid
nur warnung für mich sind,
gegen meine eigene wahrheit zu leben.
heute weiß ich, das nennt man ‚autenthisch-sein‘.

als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
mich nach einem anderen leben zu sehnen
und konnte sehen, daß alles um mich herum
eine aufforderung zum wachsen war.
heute weiß ich, das nennt man ‚reife‘.

als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört mich meiner freien zeit zu berauben
und ich habe aufgehört weiter grandiose projekte für die zukunft zu entwerfen.
heute mache ich nur das, was mir spaß und freude bereitet,
was ich liebe und mein herz zum lachen bringt,
auf meine eigene art und weise und in meinem tempo.
heute weiß ich, das nennt man ‚ehrlichkeit‘.

als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit,
was nicht gesund für mich war,
von speisen, menschen, dingen, situationen
und von allem, das mich immer wieder hinunterzog,
weg von mir selbst.
anfangs nannte ich das ‚gesunden egoismus‘,
aber heute weiß ich, das ist ’selbstliebe‘.

als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
heute habe ich erkannt,
das nennt man ‚demut‘.

als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert,
weiter in der vergangenheit zu leben
und mich um meine zukunft zu sorgen.
jetzt lebe ich nur mehr in diesem augenblick,
wo alles stattfindet.
so lebe ich heute jeden tag und nenne es ‚bewusstheit‘.

als ich mich selbst zu lieben begann,
da erkannte ich,
dass mich mein denken armselig und krank machen kann,
als ich jedoch meine herzenskräfte anforderte,
bekam der verstand einen wichtigen partner.
diese verbindung nenne ich heute ‚herzensweisheit‘.

wir brauchen uns nicht weiter vor auseinandersetzungen,
konflikten und problemen mit uns selbst und anderen zu fürchten,
denn sogar sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue welten.
heute weiß ich, das ist das leben!

charlie chaplin an seinem 70. geburtstag am 16. april 1959

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Erich Fried

I will not die an unlived life.
I will not live in fear
of falling or catching fire.
I choose to inhabit my days,
to allow my living to open me,
to make me less afraid,
more accessible,
to loosen my heart
until it becomes a wing,
a torch, a promise.
I choose to risk my significance;
to live so that which came to me as seed
goes to the next as blossom
and that which came to me as blossom,
goes on as fruit.

fully alive – dawna markova

Ich werde nicht sterben
nach einem ungelebten Leben
Ich werde nicht in Angst leben
Zu fallen oder Feuer zu fangen
ich wähle meine Tage zu bewohnen,
erlaube es vom Leben geöffnet zu werden,
mich weniger zu fürchten,
zugänglicher zu werden
mein Herz zu lösen
bis es ein Flügel wird,
eine Fackel, ein Versprechen.
Ich wähle meine Wichtigkeit zu riskieren,
so zu leben, dass das was zu mir als Samen kam beim nächsten zu einer Blüte wird,
und was als Blüte zu mir kam
als Frucht weiterbesteht.

(meine Übersetzung)


Ich suche nicht – ich finde

Suchen, das ist das Ausgehen von alten Beständen in ein Finden-Wollen von bereits Bekanntem im Neuen. Finden, das ist das völlig Neue auch in der Bewegung. Alle Wege sind offen, und was gefunden wird, ist unbekannt. Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer.

Die Ungewissheit solcher Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen, die im Ungeborgenen sich geborgen wissen, die in die Ungewissheit, die Führerlosigkeit, geführt werden, die sich im Dunkeln einem unsichtbaren Stern überlassen, die sich von Zielen ziehen lassen und nicht menschlich beschränkt und eingeengt das Ziel bestimmen.

Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis, für jedes neue Erlebnis im Aussen und Innen: Das ist das Wesenhafte des modernen Menschen, der in aller Angst des Loslassens doch die Gnade des Gehaltenseins im Offenbarwerden neuer Möglichkeiten erfährt.

Pablo Picasso