SCHULD und SCHAM

… sind stark wirkende Aspekte menschlicher Konditionierung,
…machen Dich klein, schwächen – sind aber keine Schwäche
…bewirken Verhaltensmuster, die Dich auf Dauer einschränken
…beeinflussen oft unbewusst Deine Entscheidungen und Beziehungen
…darunter verborgen sind Lebendigkeit, Kraft, Freiheit.

Ein paar allgemeine Bemerkungen vorab:
Wie alle Aspekte die in jeder/m individuell wirken und ausgeprägt sind, ist es im Sinne der Weiterentwicklung notwendig sich dieser bewusst zu sein. Es kann auf dem Weg zu mehr Bewusstsein hilfreich sein zu verstehen – jedoch bedeutet etwas zu verstehen nicht, dass es dadurch gleichzeitig bewusst ist! Viele (und unsere Gesellschaft; Erziehung gibt das vor) sind sehr stark am Verstand orientiert und gegen ihn zu arbeiten ist anstrengend und kann viel Widerstand hervorrufen. Er will das was er für gut/richtig/wahr hält bewahren. Es können andere Erfahrungen gemacht werden, wenn der Geist offen ist. Es ist deshalb gut den Verstand „mitzunehmen“ um ihm die Möglichkeit zu geben in der Weiterentwicklung zu kooperieren

Schuld und Scham als menschliche Konditionierung sind Verhaltens und Denkmuster, die wir gelernt haben. Sie auf dieser Ebene zu verstehen hilft im zwischenmenschlichen Umgang. Hier ist deshalb etwas Futter für den Verstand, oder einfach ein paar Denkanstöße.

Schuld hält Dich gefangen
Sie vermeidet und bringt dich auf Nebengleise.

Gesellschaftlich ist es akzeptiert: wer sich schuldig bekennt, bekommt mildernde Umstände. Wer Schuld auf sich, oder in Kauf nimmt, gilt sogar als heldenhaft– bad boys/bad detectives sind doch wesentlich attraktiver als die „guten Jungs“!, oder?!

Wirklich Verantwortung übernehmen bedeutet wahren Mut aufzubringen, sich schuldig zu fühlen ist dagegen fast bequem. Verantwortung übernehmen, für das was man (nicht) gesagt oder getan hat ist: es ganz anzuerkennen, ohne gleich ein Urteil darüber zu fällen sich schuldig/schlecht machen, dazu zu stehen ohne sich sofoert eine Rechtfertigung/Erklärung herbei zu denken. Es erfordert zusätzlich sich in das was bei jemand anderem durch das eigene Verhalten ausgelöst wurde hinein versetzen zu wollen/können. Gewillt sein den Schmerz des „Anderen“ UND den eigenen Schmerz zu fühlen. Letztlich ist er ein und derselbe.

Verantwortung befreit die Schuld und reicht die Hand, macht Ausgleich möglich. Verantwortung zu übernehmen bedeutet gleichzeitig Deine Kraft anzuerkennen.

Scham lähmt
vor allem Deine Freude und Lebendigkeit

Scham wirkt deshalb so tief verborgen, weil sie es in sich trägt nicht gesehen werden zu wollen. Sie lässt Dich Dinge tun, die Du sonst nie tun würdest. Peinlich erwischt. Du glaubst nicht gut genug zu sein, es nicht zu verdienen glücklich, erfüllt, geliebt zu sein. Du fühlst Dich unwürdig und wertlos. Beschämt zu werden ist eine der am tiefst sitzenden Wunden, die vor allem in der Kindheit großen Schaden anrichten. Bloß gestellt zu werden, Verachtung für sich zu empfinden, kaum etwas tut mehr weh.

Scham ist kulturell geprägt. gesellschaftliche Normen geben vor „was sich gehört“ , wie du sein sollst, um ein akzeptiertes Mitgleid der Gesellschaft zu sein. Dazu gehören ist ein essentielles menschliches Bedürfnis. Scham hat auch etwas damit zu tun, dass es ein natürliches, oder ursprüngliches Anliegen ist alles Lebendige, alles Seiende zu achten als Teil der Schöpfung, als Teil des eigenen Seins. Die Scham setzt sich darauf, in der Unfähigkeit die eigene Größe anzunehmen.

Zwischenmenschlich braucht es Kontakt und Verbindung, Empathie und menschliche Wärme um Scham zu begegnen. Es braucht den Mut sich selbst als verbundenen Teil der Schöpfung zu erfahren, um ganz lebendig zu werden.

Konsequenzen

Schuld und Scham sind wie Schablonen in die wir uns hineinbegeben. So paradox es klingen mag: denn diese sind einfacher als volle Verantwortung zu übernehmen und sich seiner Größe bewusst zu sein. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass es so schwierig ist Schuld und Scham zu wandeln – denn sie sind als Verhaltensweisen und Reaktionen verinnerlicht: als die richtige Konsequenz. Dazu kommt, dass die damit verbunden Gefühle so unangenehm sind, dass sich kaum jemand freiwillig damit konfrontieren will. Man will es zwar los werden, verdrängt vielleicht so gut es geht das was unangenehm ist – und denkt gleichzeitig, dass es trotzdem richtig ist sich schlecht zu fühlen, weil man ja etwas Falsches gemacht hat.

Schuld ist gesellschaftlich akzeptiert als „Konsequenz für etwas Falsches“ – dies aber in einer Art und Weise, die letztlich niemandem dient. Denn wenn es vielleicht eine momentane Befriedigung verschafft (wenn überhaupt), dass sich derjenige, der jemandem „etwas angetan“ hat sich schuldig fühlt, muss doch in Folge die schuldige Haltung zusätzlich ertragen werden. Jemand der sich schuldig fühlt kann wenig echte Verbindung zu Anderen aufnehmen. Oft werden dann sogar für die Schuld des anderen Ausreden gefunden oder beschwichtigt – damit man es selbst besser aushält. Oder die Schuld wird bei sich selbst gesucht.

Schuld wird benutzt um zu strafen, zu erziehen. Unser Rechtssystem beruht darauf. Wieso es dann so viele Wiederholungstäter gibt? Wieso so wenige „ihre Schuld einsehen“? Im Anbetracht dessen, dass sich schuldig fühlen NICHT gleichbedeutend ist mit Verantwortung übernehmen, wundert mich das wenig.

Bei Scham verhält es sich ähnlich. Selbst wenn es mittlerweile aus der Pädagogik weitgehend verbannt ist. „Schäme Dich!“ wirkt subtil weiter: Menschen, die „es nicht schaffen“, nicht erfolgreich sind, die psychisch oder physisch nicht der Norm entsprechen, werden allein durch das was in Werbung, Magazinen und Filmen gezeigt wird daran erinnert. Perfekt/erfolgreich/schön/schlau/ gut sein zu wollen, Prestige, etc., sind Werte, die einen Nährboden für Scham bilden. Wir sind menschlich gesehen verletzlich, brauchen soziale Anerkennung und Kontakt um zu überleben. Die eigene Menschlichkeit anzunehmen, heißt sich selbst darin anzunehmen als „bedürftig“ ohne sich dabei schlecht zu fühlen, ist der erste Schritt, um Scham zu begegnen.

Nicht gut genug zu sein ist ein weit verbreiteter Glaubenssatz. Er existiert solange wir nicht unser wahres Potential, unsere wahre Größe erkennen.

Es ist Zeit uns in neuem Licht zu sehen, und sich bewusst zu werden. Aus der Sicht der Schöpfung sind wir alle frei von Schuld und Scham.

In meinen Seminaren vermittle ich Dir sowohl Werzeuge als auch Perspektiven
wie Du auf (zwischen)menschlicher Ebene erkennen und transfprmieren kannst was Dich belastet, und wie Du genau in diesen menschlichen Aspekten Verbindung zum schöpferischen Bewusstsein aufnehmen kannst.

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