Mindset für Veränderung?

Mindset ist ein beliebter Begriff, egal ob Du abnehmen oder viel Geld verdienen willst. Sogar in spirituellen Kreisen wird davon gesprochen, bzw. dieses Modewort – so sag ich jetzt bewusst – verwendet. Dabei führt der Begriff meiner Erfahrung nach nicht nur in die Irre, er erschwert sogar das was geändert werden will.

Was ja mit einem Mindset erreicht werden will, ist neben der Veränderung an sich, eine andere Art der Zielerreichung, eine die „funktioniert“. Nun behaupte ich, dass dies auf mentaler Ebene nur bedingt und nur begrenzt! – gelingt. Die „es“ nicht schaffen machen sich fertig, fühlen sich umso mieser, weil dann kann ja etwas mit ihnen nicht stimmen, oder sie glauben sie sind zu blöd, etc. Das kann nicht der Sinn der Sache sein. Deshalb finde ich zu behaupten „Du musst nur Dein Mindset ändern um…xyz “ schlicht unbarmherzig. ….und ja das ist vereinfacht dargestellt.

Es gibt jene Menschen, die – oft unbewusst vermutlich- das was mit einem Mindset angesprochen wird tatsächlich fühlen können. Genau das ist für mich der Knackpunkt. Das kann ein Manager sein, der so von sich überzeugt ist, der Erfolg so verinnerlicht hat, dass er es wirklich fühlt, und deshalb erfolgreich ist. (Sorry für das Klischee, aber es hift einfach das zu verdeutlichen, was ich sagen will)

Vom Denken ins Fühlen zu kommen ist der Weg für echte Veränderung.

Das kann verdammt schwierig sein, und glaubt mir ich spreche da aus meiner eigenen Erfahrung! sind wir doch darauf programmiert zu denken, Wissen anzuhäufen, etc.etc. etc.

Bevor ich darauf eingehe wie das mit dem Fühlen ist, will ich jedoch noch eins sagen: gerade wegen unserer mentalen Prägung – also für alle die sich angesprochen fühlen (ist unsere Sprache nicht phänomenal!!!!) sind Mindsets wichtig. Sie helfen uns nicht selbst zu sabotieren. Besonders wenn wir wahrnehmen wann wir denken und wann wir fühlen, können wir Mindsets bewusst einsetzen. Den Verstand holen wir quasi an Bord, er ist beruhigt, dass nichts Schlimmes passiert und gibt sein Einverständnis.

Zurück zu der Veränderung. Du willst also etwas anders haben als es jetzt ist. Weil das was oder wie etwas gerade ist unangenehm ist. Sei es dass Du Dich mehr bewegen, oder erfogreich sein willst spielt dabei keine Rolle. Wie oft hast Du Dir zum Beispiel gedacht: ich sollte ins Fitness Studio /laufen etc. gehen? Wie oft hast Du es gemacht, und wie oft bist Du dran geblieben? Und wie oft (s.o.) hast Du Dich dafür verurteilt, wenn Du es nicht geschafft hast?

Wenn Du an der Stelle versuchst Dein Mindset zu ändern, dann übergehst Du zum einen schon mal einen – oder vielleicht den springenden Punkt, wenn Du bewusst etwas verändern willst: Du ignorierst wie Du Dich im Moment fühlst. Du willst das was unangenehm ist „weg haben“. (Wir können deshalb so gut verdrängen, weil das ein Mechanismus ist, der uns – auch evolutionär- hilft zu überleben. Deshalb auch hier: es geht mir nicht darum zu verurteilen. Mir hilft es mir dessen bewusst zu sein, weil ich dann meine Energie für das verwenden kann wo ich sie brauche.)

Wenn ich etwas „weg haben will“ dann passiert das Gegenteil: es wird mehr. What you resist persists. Dabei ist alles was eszunächst braucht es will gesehen werden So entdeckst Du auch den guten Grund warum es da ist. Nicht nur um den zu erkennen ist es notwendig, dass Du es fühlst. Du wirst mit dem Verstand alleine nicht das transformieren können, was sich in Deinem Leben manifestiert hat. Das ist meiner Meinung nach eine der ganz großen Fallen: zu verstehen warum etwas in Deinem Leben ist heißt noch lange nicht dass Du in der Lage bist daran etwas zu ändern!

Ein Weg ist mich in den gewünschten Zustand hineinzufühlen. Um bei dem Beispiel zu bleiben: wie fühlt sich das an, wenn Du Dich mehr bewegst? Sobald das wirklich spürbar ist werden unweigerlich auch die anderen Gefühle aufsteigen, die und zwar genau die Dich dazu gebracht haben etwas verändern zu wollen, sprich: die unangenehmen. An ihnen geht kein Weg vorbei. Das ist ein Prozess und erlernbar. Dabei ist es wesentlich alles was sich zeigt – besonders die unangenehmen Gefühle und Teile zu integrieren. Für manche innere Prozesse wirst Du (professionelle) Hilfe brauchen. Wie Transformation passiert, das zu beschreiben sprengt den Rahmen dieses Artikels. Mir geht es hier in erster Linie darum aufzuzeigen wie wesentlich es ist zu fühlen.

Du kannst Dich bereit erklären – Dich dafür öffnen zu fühlen. Sei es im Zusammenhang mit dem was Du verändern willst, oder weil Du ein Werkzeug lernen willst, für Deine inneren Prozesse. Du kannst Dir gewiss sein, dass sobald Du diese Entscheidung getroffen hast Dir Möglichkeiten offeriert werden. Du siehst dann plötzlich in einem Film eine Szene, liest etwas, hast ein Gespräch, das in Dir genau das berührt was Du dazu fühlen „musst“. Das macht unser Leben sowieso: es zeigt Dir ständig Möglichkeiten. Alles was Dir begegnet birgt die Chance etwas für Dich zu erkennen. Besonders schmerzhafte Erfahrungen sind im Grunde nichts anderes als Warnsignale: Stop. Inne halten. Hier braucht etwas Aufmerksamkeit, will etwas verändert werden!

Je mehr Du das ignorierst, und glaubst das Leben ist gemein zu DIr, desto lauter werden die Signale. Deshalb ist es so hilfreich sich bewusst hinzuwenden, sich dafür zu entscheiden zu fühlen, weil Du dann viel offener bist die Signale wirklich als solche WAHRzunehmen. Weil Du damit Dein Leben bewusst gestalten kannst.

Auf meinem Weg vom Denken ins Fühlen habe ich oft mit meinen Verstand geschimpft, oder ihm die Schuld gegeben, wenn ich nicht fühlen konnte. Meinen armen Verstand hat das natürlich beleidigt, und er hat sich trotzig gewehrt. Dadurch habe ich mir das Leben schwerer gemacht. Jetzt erahne ich langsam wie ich meinen Verstand in den Dienst des Herzen stellen kann. Denn ja das ist es was jetzt gebraucht wird: der Verstand hat so lange dominiert, dass zu dienen für ihn eine Möglichkeit ist um zu lernen wie es ist zu kooperieren.

Jetzt mag ich meinen Verstand nicht deshalb, weil ich dadurch Leuten zeige wie toll ich bin/anerkannt werde etc. sondern schlicht weil es cool ist diesen zu verwenden für mich! für etwas das mir am Herzen liegt! In Kombination mit der Fähigkeit mich sprachlich auszudrücken, brauche ich jetzt gerade meinen Verstand um diesen Artikel zu schreiben, weil ich damit beitragen und insprieren will. Das nene ich mal win-win-win!

P.S.: irgendwie ist das ja auch ein Mindset: Vom Denken ins Fühlen. Allerdings finde ich es hilfreicher davon zu sprechen, dass ich mich z.B. bei einem Veränderungsprozess in einen gewissen Rahmen begebe oder mich innerhalb dessen bewege. Der Rahmen umfasst dann die Vorraussetzungen, Annahmen, Erkenntnisse und Erfahrungen von denen ich ausgehe.

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