Widerstand lieb haben

Unter der Rubrik ACHTUNG STOLPERSTEIN beschreibe ich jeweils ein häufig vorkommendes Phänomen- und was ich dazu erkannt habe, bzw. was dabei helfen kann diesen als wertvollen Hinweis zu sehen und aus dem Weg zu räumen.

Widerstand lieben?
Allzu oft verurteilen wir uns selbst dafür, wenn wir auf unserem Entwicklungsweg merken, dass wir im Widerstand sind. Doch das verstärkt diesen nur. Dasselbe gilt für Anteile, die wir nicht wahrhaben wollen, oder ablehnen. Sie werden größer, oder suchen sich noch deutlichere Symptome damit sie endlich liebevoll gesehen werden.

Etwas liebevoll zu betrachen das uns nicht gefällt ist per se keine leichte Aufgabe. Dabei ist einerseits die Vorstellung was liebevoll ist schon oft ein Hindernis. Liebevoll heißt nicht automatisch sanft, weich, nett. Allein schon etwas klar als das zu sehen was es ist kann ein erster Schritt sein. Es als das anzunehmen und dabei ehrlich zu sich selbst zu sein. Es kann sich z.B. auch so ausdrücken: „Ja verdammt, ich bin trotzig und mag das überhaupt nicht hören!Und ich versuche gar nicht erst mir das ausreden zu wollen. Ich tanze jetzt wie Rumpelstilzchen ums Feuer und komm mir lieber selbst nicht in die Quere. Ich will mich jetzt austoben.“

Die Kunst dabei ist dem Raum zu geben, solange es Kraft hat, sich zu erlauben alles was dazu gehört und gerade greifbar ist zu spüren und dafür einen Ausdruck zu finden. Die Gefahr ist sich dabei zu verstricken. Das passiert vor allem wenn wir es eher nur mental, intellektuell betrachten, anstatt  den aufsteigenden Gefühle zu erlauben da zu sein, und diese auch wieder ziehen zu lassen. Wenn ich mir selbst darin zu gefallen beginne. Wenn ich es mehr „verstehen will“ anstatt zu akzeptieren, dass es gerade unangenehm und unbequem ist. Wenn ich Angst habe etwas dabei falsch zu machen, die Kontrolle zu verlieren. Diese Reaktionen sind alle nachvollziehbar, so sind wir konditioniert. Wenn so etwas auftaucht ist das ebenso eine Einladung: auch das darf sein! In jedem Moment kannst Du Dich entscheiden wieder neu wahrzunehmen was gerade ist. Immer wieder. Jetzt.

Wesentlich dabei ist sich dessen bewusst zu werden.
Zu erkennen was gerade abgeht.

Wenn Du Dir das alleine nicht zutraust, dann kann folgendes eine Hilfe sein: Denke an eine gute Freundin oder einen Menschen, der Dich wirklich gern hat, und Dich gut kennt. wie würde diese reagieren? Würde sie dieselben harten Worte zu Dir sagen, die Du innerlich gegen Dich gerichtet hast?

Widerstand lieben heißt also nicht vor Entzücken zu zerschmelzen sobald ich diesen bemerke – das ist eine der Nebenwirkungen Liebe als eine romantische Gefühlsaufwallung zu interpretieren. (Nichts gegen Romantik!!!) Für mich ist es vielmehr ein wesentlicher Bestandteil von Selbstliebe in der Lage zu sein mich auch in dem was ich an mir nicht (so gut) leiden kann zu begegnen, und dass diese Anteile mich genauso ausmachen wie jene, die ich mag. Diese zu integrieren bedeutet schließlich ganz die zu sein die ich bin.

Denn selbst wenn Rumpelstilzchen nicht ein Lieblingsmärchen von mir ist, muss ich beim Anblick meiner selbst als solches lächeln.

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