Es ist leichter als du denkst

Gestern hat mich etwas gepiesakt. Unruhig bin ich immer wieder aufgesprungen, habe an drei Texten und mehr gleichzeitig geschrieben, konnte irgendwie bei keinem meinen  Fokus finden. Also habe ich mich aufgemacht eine Runde im Park spazieren zu gehen.

Schon wieder auf dem Heimweg – denn auch das schien nicht zu helfen, sagte ich irgendetwas wie: „ist ja in Ordnung, ich ergebe mich“ halblaut vor mir her ( gleichzeitig dachte ich, hoffentlich hört mich niemand und hält mich für eine dieser komischen Leute die mit sich selbst sprechen, …) als ein inneres Bild auftauchte, das mich sofort innerlich schmunzeln ließ.

Es war ein kleines „Männchen“- wie aus einem Comic gezeichnet, rund und fast nur aus Kopf bestehend,. Es klammerte sich verzweifelt an den Rand eines senkrecht abfallenden runden Schachts, und sah dabei mit großen ängstlichen Augen zu mir auf. Gleich war mir klar, das war ein kleines Egoteilchen. Irgendwie hatte es Angst hinunter zu fallen. Ich bot ihm verschiedene Möglichkeiten an: ein weiches Bett in das es fallen könne? Nein: Du willst wohl, dass ich einschlafe und Du machen kannst was Du willst. Keine Chance. Ok. nach ein paar weiteren Versuchen schlug ich ihm vor eine Hängematte genau dorthin zu spannen wo es gerade war, und so zum ganz entspannt sein… vielleicht einen Gin Tonic?

Da liegt es nun, das kleine Kerlchen.

Heute ist mir dann unter der Dusche schlagartig klar geworden was dieses Bild mir sagen will. Meine gemütliche, vielleicht auch etwas bequeme, gerne genießende Seite, hat Angst, dass mit dem Schreiben, und vor allem von so seltsamen Dingen wie einer neuen Erde – sie zu kurz kommt. So einfach ist das.

So, wer mich bisher nicht persönlich kannte, kennt mich jetzt. Aber mir geht es um etwas Grundlegendes, auch wenn ich mich hier noch ausbreiten könnte in der Bedeutung die dieses innere Begegnung für mich hat.  Mit dieser Episode ist nämlich etwas an seinen Platz gefallen, wie ein Puzzleteil, das noch gefehlt hat.

Es ist leichter als Du denkst.

ES kann dabei durch so gut wie alles ersetzt werden, was für Dich unerreichbar/mühselig und gleichzeitig erstrebenswert zu sein scheint. Alles wovon Du glaubst, es noch nicht zu können, erst x,y,z, machen zu müssen bevor…., es so machen zu müssen wie xy damit es gut ist, …Alle diese Glaubens/GedankenMuster halten Dich letztlich davon ab Dir selbst zu vertrauen, und das zu tun was Du wirklich von Herzen gern tun willst. Voll und ganz auf Deine eigene Art und Weise, so wie Du selbst gestrickt bist.

Denn so putzig wie auch diese Gechichte bzw. dieses kleine Kerlchen sein mag: es hat sich in meinem Leben manchmal ganz schön breit gemacht, sich mit seinen Freunden wie dem Zweifel, oder dem Widerstand verbündet. Sie haben mir gemeinsam manche meine Tage gründlich vermiest. Heute stelle ich erfreut fest, dass ich dieses Kerlchen richtig gern hab. Ich bin neugierig wie lange es in der Hängematte liegen bleibt, oder vielleicht auf Reisen geht? (keine Angst, ich schick Dich nicht fort…)

Mir helfen meine inneren Bilder enorm diesen inneren Anteilen zu begegnen. Sie sind ein Teil meines Menschseins. Wenn ich sie an der Hand nehme, mit ihnen plaudere, sind sie meine Freunde.


P.S.: Gestern wußte ich nich nicht wofür dieses Kerlchen stand. Durch die Angebote …Hängematte, etc. und den Kontext ist es mir dann klar geworden. Ich hätte ihm ja auch die Hand reichen, oder mich zu ihm an den Rand setzen können. Mein intuitiver Zugang zu mir selbst, das Spielerische und Humor sind wirksame Mittel, auf diese Erfahrung kann ich bauen. Sie läßt mich vertrauen: am allermeisten in mich selbst. Und jetzt gehe ich mir etwas kochen. Mein kleines Kerlchen freut sich.

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