Liebe

Heute will ich über die Liebe schreiben. Nicht über die romantische Liebe oder der Liebe zwischen Eltern und ihren Kindern, nicht über Nächstenliebe oder Selbstliebe. Von dem, was bedingungslosen Liebe genannt wird, will ich schreiben, sofern sie mit Worten beschrieben werden kann. Eine Annäherung also an das was ich im Innersten zu erfahren mich auf den Weg gemacht habe, das, was meinen Ursprung und mein Wollen ausmacht.

Bedingungslose Liebe ist wie ein Feld, in das ich jederzeit eintauchen kann. Es ist meine Entscheidung, sie steht mir immer und jetzt zur Verfügung. Sie ist für alle da.

Sie will nichts. Sie erwartet nichts. Sie ist.
Für mich heißt das: ich brauche nichts besonderes tun, kein besserer Mensch werden, oder erst irgendwas in mir oder der Welt heilen, um bedingungslose Liebe zu erfahren. Ich kann mich für sie entscheiden. Der Rest folgt fast wie von selbst. Die Ungereimtheiten lösen sich in ihr auf, und das Ungelöste wird unbedeutend, denn es will nur der Verstand wissen, was das Herz längst weiß. Sobald ich dieses Erkennen zulasse, beruhigt sich mein Verstand, und läßt die Antworten aus dem Innersten aufsteigen. So kann auch das heilen, was noch nicht in Einheit ist.

Sie kennt kein schwarz/weiß,  gut/böse…, sie umfasst alles.
Nicht zu be-werten bedeutet: alles ist so wie es ist. Alles ist Erfahrung. So kann ich auch jedem und allem begegnen ohne mich fürchten zu müssen. Es kann mir nichts und niemand etwas anhaben, was ich nicht erleben will. Es gibt keine Schuld und kein Opfer. Das ist für viele die schwerste Lektion. Es verneint ja nicht die Gefühle und die Schwere des Erlebten – so ruft die Liebe immer die Verantwortung und das Erkennen dessen was der eigene Anteil ist, aber niemals um zu strafen oder Schuld zuzuweisen. Wirklich Verantwortung zu übernehmen ist viel schwerer als sich schuldig zu fühlen.

Sie sagt nicht: wenn…dann, sie macht alles möglich.
Ursache und Wirkung als Naturgesetz hat sich in uns eingeprägt und bestimmt unser Denken. Wieviele Glaubenssätze sind damit verbunden: wenn ich brav bin dann…, wenn ich das esse, dann…, wenn…, dann…durchzieht alle Lebensbereiche und macht unfrei, hält gefangen in Abhängigkeiten und begrenzt die Schöpferkraft, die in uns angelegt ist. Was wäre wenn es ganz anders ist und wir keine ursächlichen Zusammenhänge brauchen. Es stellt die Welt auf den Kopf und macht alles möglich.

In ihr gibt es kein gestern/heute/morgen, sie ist ewig und immer.
Zeit als lineares Konzept bestimmt unsere Wahrnehmung der Welt als Abfolge von Ereignissen, individuell genauso wie kollektiv. Mich selbst in meiner Essenz wahrnehmed, fließt Zeit durch mich und was ich erlebe wird unmittelbar, jederzeit abrufbar, unabhängig von einer gemessenen Einheit. Zeit dehnt sich aus oder zieht sich zusammen, die gefühlte Ewigkeit.

Bedingungslose Liebe ist Weg und Ziel zugleich, von ihr zu wissen macht das Menschsein erträglich. Sie zu erfahren und aus ihr heraus Mensch zu sein ruft göttliche Freude hervor.

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