Frei zu sein

Frei zu sein. In meinem Leben ist das so was wie ein roter Faden. Manchmal unfreiwillig, aber öfter selbst ausgesucht, einhergehend mit dem Drang zu hinterfragen, zu lernen, erforschen, was mich und die Welt ausmacht. Wozu soll es eigentlich „gut“ sein, dieses Menschenleben?

Nun ich finde die Antwort einfach, und doch kompliziert. Der einfache Teil der Antwort ist: Um wirklich glücklich, in Frieden mit sich und der Welt, zu sein. Um im Einklang mit meiner Seele – dem was uns von innen her bewegt, zu leben. Um die zu werden, die ich bin. Was das bedeutet, das ist der komplizierte Teil der Antwort.

Materiell versorgt zu sein, sich nicht um die Existenz sorgen zu müssen ist oft schon ein wesentlicher Faktor um ein gutes Leben führen zu können. Vielen Menschen ist das nicht gegeben. Viele kämpfen hart dafür. Eine erfüllte Partnerschaft, Familie, Freunde, zu haben, oder einen Beruf, der einen ausfüllt, sind auch nicht für Jede/n selbstverständlich. Wieso also sollte es helfen, sich neben den Mühen des täglichen Lebens auch noch mit seinem Innenleben – vor allem mit dessen unangenehmen Seiten zu beschäftigen?

Wieso es nicht einfach hinnehmen? Wenn es doch allen Menschen so geht? Gut, ich kann einiges tun, damit ich zufriedener bin, mich mit meinen Ängsten so arrangieren, dass ich mich darin auskenne und so sicher fühle. Das war und ist für mich ein springender Punkt: es kann doch nicht sein, dass mein ganzes Leben daraus besteht, mich mehr oder weniger gut durchs Leben zu bringen. Da ein bisschen Zufriedenheit, dort ein bisschen Liebe, da ein bisschen Erfüllung kann doch nicht der Sinn des Lebens sein! Es MUSS einfach mehr geben!!! Wohlstand, annerkannt  sein, Liebe etc. sind vergänglich, die Kinder sind irgendwann außer Haus, ein Beruf kann langweilig werden, und wer sagt, dass ich (ewig) gesund bin?

Letztlich glaube ich, dass das individuell empfundene Glück, Zufriedenheit niemals von äußeren Umständen abhängt. Dabei rede ich jetzt in erster Linie nicht von extremen Situationen, wie finanzielle Not, im Krieg oder in anderen bedrohlichen Umständen zu leben. Selbst wenn ich überzeugt bin, dass sogar in den schwierigsten Situationen der Mensch dazu in der Lage ist in Frieden/glücklich zu sein. Aber das voraus zu setzen wäre einerseits ein hoher Anspruch, der niemandem zusteht, und kann auch als Mißachtung dessen verstanden werden, was Menschen, die Not erleben- egal ob materieller oder emotionaler Art – durchmachen.

Was uns davon abhält glücklich zu sein, sind viel öfter als äußere Umstände: Selbstzweifel, innere Stimmen, die keine Ruhe geben wollen, Sorgen und Ängste, sich einsam und ungeliebt zu fühlen, Mustern, Gedanken und Verhaltensweisen, die nicht gut tun, …die Liste ist so lang wie ein Menschenleben. Die eigenen Schattenseiten  anzuerkennen, sie im Licht zu betrachten und mit ihnen Frieden zu schließen bedeutet Arbeit. Es tut manchmal weh und ist mühselig. Oft braucht es dazu Hilfe. Das kann dabei vieles sein: die Natur, der Glauben an Gott, Vertrauen in das Leben,  Therapien, die eigene innere Führung, und so vieles mehr.

Also wozu? Um unabhängig davon, ob ich Menschen in meinem Leben habe, die ich liebe und Menschen, die mich lieben, ich mich liebe. Unabhängig davon was ich tue, ob ich viel oder wenig Geld habe, ich irgendwo „dazu gehöre“, in Frieden bin mit mir. Unabhängig davon ob mir gefällt was andere tun, wie es in der Welt gerade zugeht, ich in Frieden damit sein kann.

Das bedeutet es für mich ein erfülltes Leben zu führen, und: wirklich frei zu sein.

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