Veränderungen

Ein Baum sagt nicht: „Oje, jetzt werden meine Blättern braun und rot, und „O Gott! Jetzt fallen sie sogar ab!! Im Frühjahr sträubt er sich nicht: „…geh lass mich doch in Ruhe, jetzt ist es gerade so schön still gewesen, ich mag keine neuen Blätter bekommen, und ob sie so schön werden wie letztes Jahr?“

Menschen sind oft im Widerstand, zweifeln, wollen lieber „am Gewohnten“ festhalten, und wehren sich gegen Veränderungen, die von „außen“ kommen. Meistens aus Angst: Es könnte schlimmer werden, ich könnte nicht wissen was zu tun ist, die Kontrolle verlieren. Lieber so weitermachen wie bisher, selbst wenn es unangenehm ist, oder schmerzlich, denn selbst im Schmerz kenne ich mich aus.

Gibt es eine natürliche Form mit Veränderungen umzugehen?

Ich habe mich oft gefragt warum Menschen erst dann Hilfe in Anspruch nehmen, wenn der Schmerz entweder so groß ist, dass er unerträglich geworden ist. Oder Beziehungen zu zerbrechen drohen, eine Krankheit sich manifestiert hat, die als Weckruf erkannt wird. Es spielen sicher viele Aspekte eine Rolle, von „stark und unabhängig sein wollen“ – wo um Hilfe zu bitten etwas für Schwache ist…, über persönliche Muster, Geschichten hinzu der Angst vor Veränderung an sich.

Das Beispiel des Baumes – also der Natur als Vorbild, ist für mich eine Inspiration. Gewiss, ein Mensch ist kein Baum und ein Baum ist kein Mensch. Was wir uns von der Natur abschauen können ist sich dem Kreislauf des Lebens hinzugeben, in der Gewissheit, dass ein nächster Frühling kommt.

Hingabe hat dabei nichts mit Passivität zu tun. Hingabe ist ein bewusster Akt, das anzunehmen, was gerade ist. Etwas anzunehmen heißt wiederum nicht unbedingt vor Freude Luftsprünge zu machen. Es kann verdammt schwierig sein, es kann alles in Frage stellen und ja es kann auch weh tun. Dann doch lieber beim Alten bleiben? Wieso sollte irgendwer sich freiwillig mit dem auseinandersetzen was unangenehm ist?

Was ist die Alternative? Verdrängen ist als Überlebensmechanismus wichtig. Das und alle anderen möglichen Reaktionen zu bewerten als feige, schwach oder unfähig, … dient niemandem. Schon gar nicht Dir. Die Frage ist vielmehr: brauchst Du das noch? Ist es noch eine Frage des Überlebens, oder ist es schon zum verinnerlichten Muster geworden? Ist dieses Muster hilfreich, oder engt es Dich ein? Überleben bedeutet in unserem Kulturkreis heute emotionale Sicherheit, es geht ums Dazugehören, Akzeptiert sein, sich okay fühlen… die tatsächliche Existenz ist selten wirklich bedroht.

Für mich war die Frage immer die: wenn ich mich dem Schmerz öffne, kann ich dann noch für meine Kinder da sein, kann ich dann mein Leben so weiter leben, dass ich „funktioniere“? Oder ich hatte Angst mich in etwas „hineinzusteigern“, dass mich fortschwemmt. Wo ich in einem Meer aus Tränen und Schmerz nicht mehr in der Lage bin das Ufer zu erreichen.

Die Antwort war auf die eine oder andere Art immer dieselbe: ich kann den Schmerz eine zeitlang verdrängen, so tun als hätte ich alles im Griff. Gleichzeitig habe ich immer gespürt, dass mir etwas fehlt, oft war es ein Gefühl von niemals richtig satt zu sein. So habe ich irgendwann ganz bewusst entschieden alles zu „tun“ was gebraucht wird, damit sich in mir wandeln kann, was noch nicht in reiner Liebe schwingt.

Es braucht diese Entscheidung, und es braucht sicher Geduld, vor allem mit sich selbst.

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